Hellersdorf: Hilfe für den Kiez

Seit genau 30 Jahren arbeitet Annette Müller als Hebamme im Vivantes KlinikumAnnette_Mueller_2013-11-20_340x470. Hellersdorf. Eine ganze Generation von Berlinern hat mit ihrer Hilfe das Licht der Welt erblickt. Seit einiger Zeit engagiert sie sich ehrenamtlich beim Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“ – und die Vivantes-Mitarbeiter helfen tatkräftig mit. Wir haben mit ihr gesprochen.

Frau Müller, war Hebamme von Anfang an ihr Berufswunsch?

Ja, schon seit der 5. Klasse. Meine Mutter hatte damals eine Hebammenausbildung angefangen und seitdem habe ich nie einen anderen Berufswunsch gehabt.

In ihrem Beruf als Hebamme verhelfen Sie Kindern tagtäglich zu einem möglichst guten Start ins Leben. Durch Ihr ehrenamtliches Engagement unterstützen Sie Kinder aus sozial schwachen Familien, ihren weiteren Lebensweg zu meistern. Wie kam es dazu?

Ich hatte schon länger das Bedürfnis, mich über den Beruf hinaus ehrenamtlich für Kinder zu engagieren. Hier in Hellersdorf gibt es viele Familien mit sehr wenig Geld, viele Alleinerziehende. Ich hatte von dem Projekt „Arche“ gelesen und mir gefiel der Ansatz, dass hier Kindern und Familien direkt vor Ort geholfen wird. Als ich selbst eine Kleiderspende bei der Arche in Hellersdorf vorbeibrachte, kam ich mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch. Durch meinen Schichtdienst kam eine Mitarbeit vor Ort nicht in Frage. Da die Arche sich fast zu 100 Prozent aus Spenden finanziert, kamen wir auf die Idee, die Spendenaktionen bei Vivantes ins Leben zu rufen.

Wie genau laufen diese Spendenaktionen ab?

Die erste Spendenaktion lief im Sommer 2013. Über die interne Kommunikation wurden Plakate entworfen, gedruckt und in den Kliniken verteilt. Auch im Intranet wurde der Spendenaufruf verbreitet. Die Mitarbeiter konnten mir Ihre Spenden über die Hauspost zukommen lassen und mir wurde ein Raum im Klinikum zur Verfügung gestellt, wo ich alles lagern konnte, bevor ich die Spenden zur Arche brachte.

Wie war die Resonanz auf Ihren Aufruf?

Die Resonanz war überwältigend. Viele Mitarbeiter und auch Patienten waren total begeistert von der Aktion und wir haben große Menge an Sachspenden zusammenbekommen.

Welche Art Spenden sammeln Sie bei Ihren Aktionen?

Bei der ersten Aktion hatte ich keine konkreten Vorgaben und es kam eine bunte Mischung von Kinderkleidung und Spielzeug bis hin zu Fahrrädern zusammen. Die zweite Aktion folgte dann zu Weihnachten. Wer mitmachen wollte, konnte ein Geschenk im Wert von bis zu 15 Euro kaufen. Das waren Spielsachen oder Bücher, aber auch beispielsweise Kopfhörer für den MP3-Player für die Jugendlichen.

Jetzt gerade läuft unsere Spendenaktion zum Schulstart. Da sammeln wir neben den benötigten Schreibwaren insbesondere Sportzeug für die Schüler der ersten bis sechsten Klasse. Über die Spenden finanzieren wir Gutscheine von C&A sowie Intersport für Sportbekleidung, die wir an die Familien ausgeben. Diese Aktion läuft noch bis zum 12.10.2014.

Richtet sich die Aktion nur an Vivantes-Mitarbeiter oder können auch andere interessierte Berliner spenden?

Wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Ich habe schon viele positive Rückmeldungen von Patienten bekommen, auch bei den Aktionen im letzten Jahr haben sich viele Patienten beteiligt.

Sie arbeiten in einem helfenden Beruf und engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich. Woher nehmen Sie die Energie dafür?

Wenn man in meinem Beruf arbeitet, muss man ein großes Herz haben und ich bekomme ja auch viel zurück. Es macht großen Spaß zu sehen, wie die Kinder sich freuen.

Ansonsten schöpfe ich viel Kraft aus meinem schönen Garten, da kann ich gut abschalten. Ich mache Nordic Walking und unternehme gerne kulturelle Dinge: meine große Leidenschaft sind Musicals und die Programme im Friedrichstadtpalast. Oder ich gehe mit Freundinnen ins Kino.

Glauben Sie, dass Ihre ehrenamtliche Arbeit auch über den konkreten Anlass hinaus wirkt?

Ja, unbedingt. Die Arbeit der Arche beschränkt sich nicht nur auf das Sammeln von Sachspenden. Hier gibt es auch Angebote wie Hausaufgabenbetreuung und Freizeitbeschäftigungen wie Sport oder Musik. Hier bekommen die Kinder viele Anregungen und dies eröffnet ihnen die Chance, später einen anderen Weg zu gehen als ihre Eltern. Der Grundgedanke ist, dass es jedem Kind gut gehen sollte. Es gibt einen Jungen, der als Kind von den Angeboten der Arche profitiert hat und heute selbst hier arbeitet. Was er als Kind bekommen hat, kann er jetzt an andere weiter geben.



Das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche wurde 1995 in Berlin gegründet und ist mittlerweile an 18 Standorten in ganz Deutschland tätig. Die Spendenaktion zum Schulstart läuft noch bis zum 12.10.1014. Wenn Sie mitmachen möchten, wenden Sie sich an: Annette Müller. Wenn Sie unabhängig davon an die Arche spenden möchten, finden Sie weitere Informationen unter: www.kinderprojekt-arche.eu.

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