Aber Bolle muss mit!

Ein bevorstehender Krankenhausaufenthalt, eine anstehende Operation – das ist für jeden Menschen ein Grund zur Beunruhigung. Erwachsene verstehen die Notwendigkeit, Kindern fällt das viel schwerer. Man muss sie behutsam und rechtzeitig darauf vorbereiten.

Bolle ist immer dabei. Mit seinem Hertha-Fanschal, der abgerissenen Kunststoffnase und dem zerfetzten rechten Hosenbein sieht er ziemlich ramponiert aus. Aber nicht der Plüschteddy braucht eine Behandlung, sondern die sechsjährige Mia, die ihren kleinen Freund panisch an sich drückt. Mia hat Angst – ihr steht eine Operation bevor, ihre Mandeln werden entfernt. Obwohl die Kleine aus Treptow sonst nicht auf den Mund gefallen, selbstbewusst und auch schon sehr verständig ist – einen Tag vor der geplanten OP hat sie offensichtlich aller Mut verlassen. Neben der Angst vor Schmerzen und der fremden Umgebung fürchtet sie sich vor allem davor, das erste Mal in ihrem Leben von ihrer Familie getrennt zu sein, denn nach dem Eingriff sind noch einige Tage Klinikaufenthalt vorgesehen.

Je kleiner das Kind ist, desto mehr braucht es die Nähe seiner Eltern. Gerade im Krankenhaus sollte es nicht alleingelassen werden. Die Kliniken sind darauf eingerichtet, dass Eltern oder nahestehende Personen oft den ganzen Tag dort verbringen, viele bieten auch die Möglichkeit an, zu übernachten. Informieren Sie sich im Voraus und klären Sie, ob Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt oder sich zu einem Teil daran beteiligt.

Wie können Sie Ihr Kind auf den Klinikaufenthalt vorbereiten?

  • Zunächst einmal, indem Sie selbst Ruhe und Zuversicht ausstrahlen. Das gelingt, wenn Sie von der Notwendigkeit und Richtigkeit des Aufenthalts überzeugt sind. Sprechen Sie mit dem Kinderarzt offen über Ihre eigenen Ängste, holen Sie sich im Zweifel die Meinung eines zweiten Arztes ein.
  • Erklären Sie Ihrem Kind altersgemäß, warum ein Klinikaufenthalt geplant ist, was dort gemacht wird, damit es wieder gesund wird und sich besser fühlt.
  • Dabei helfen geeignete Kinder- oder Bilderbücher. Auch ein Kinder-Arztkoffer ist für einen spielerischen Einstieg in das Thema gut geeignet.
  • Nutzen Sie Veranstaltungen, wie beispielsweise das jährliche Kinderfest im Juli im Vivantes Klinikum im Friedrichshain – mit Teddyklinik – oder einen Tag der offenen Tür für einen Blick hinter die Kulissen. Mitgebrachte Kuscheltiere werden dann von den Ärzten professionell untersucht.
  • Erinnerungsstücke von zu Hause spenden Trost: Kuscheltiere wie Bolle, Familienfotos, beliebte Bücher, ein Schal von Mama oder Ähnliches.
  • Es bringt nichts, schmerzhafte Untersuchungen oder Schmerzen nach dem Eingriff zu verschweigen. Versuchen Sie offen und ehrlich zu sein, und erklären Sie, was warum geschieht. Sonst kann es sein, dass Sie Vertrauen einbüßen.
  • Wehrt sich Ihr Kind gegen Untersuchungen, dann schimpfen Sie nicht. Erklären Sie genau, was gemacht wird und dass es notwendig ist, um gesund zu werden.
  • Versichern Sie Ihrem Kind, dass es ihm sicher schon bald wieder besser gehen wird. Und dass Sie für es da sein werden.

Auch Erwachsene haben Ängste

Mehr als die Hälfte aller Bundesbürger fürchtet sich vor einem Krankenhausaufenthalt, fast jeder Zehnte hat große Angst davor. Befürchtet werden: Schmerzen, Behandlungsfehler, erfolglose Therapien und Ansteckungsgefahr durch Keime. Helfen kann: Alle Informationen, die für die OP und den Klinikaufenthalt wichtig sind, werden dem Patienten verständlich vermittelt. Wissen gibt Sicherheit! Ebenfalls selbstverständlich: Das Klinikpersonal hat Verständnis für die Bedürfnisse des Patienten und macht ihm den Aufenthalt so angenehm wie möglich. Im Krankenhaus gibt es Ansprechpartner – Seelsorger, Sozialarbeiter, Ehrenamtliche –, die Unterstützung und Beistand leisten. Den Ängsten von Patienten müssen alle Verantwortlichen wirksam begegnen – wir von Vivantes nehmen das sehr ernst. Denn Angst hemmt und blockiert, sie kostet Kraft und raubt Zuversicht, ein angstfreier Patient nimmt aktiver am Heilungsprozess teil und kann seine Energie positiv auf die Genesung lenken. Unser Ziel ist: Ein Krankenhaus mit weniger Angst, mit dem beruhigenden Wissen um gute Qualität und erlebte Zuwendung in einer menschlichen Umgebung.

Wussten Sie’s?

Berufstätige Mütter und Väter von kranken Kindern (unter zwölf Jahren), die in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, haben Anspruch auf Freistellung von ihrer Arbeit. Sie können pro Jahr, Kind und Elternteil für 10 Tage (bei mehreren Kindern höchstens 25) freigestellt werden. Alleinerziehenden stehen pro Jahr und Kind 20 Tage (bei mehreren Kindern höchstens 50 Tage) zu.

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Fotos: Fotolia.com (Teddy 40757712_M_athomass; Kind 46433789)


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