Anonym und sicher – Vivantes beherbergt in Hellersdorf die erste Babyklappe im Berliner Osten

Ein Kind zu erwarten, bedeutet für viele Frauen das Glück auf Erden, andere hingegen stürzt es in eine ausweglose Situation. Um diesen Frauen eine Anlaufstelle in der Not zu bieten, wurden im Jahr 2001 die ersten Babyklappen in Berlin eingerichtet. Dort können Mütter ihr Kind anonym und straffrei in die Obhut einer Klinik übergeben.

Ein Bettchen steht immer bereit

Die Babyklappe am Vivantes Klinikum Hellersdorf ist die fünfte in Berlin und die erste im Ostteil der Stadt. Sie befindet sich im Münsterberger Weg, einer nicht einsehbaren Seitenstraße am Außengelände des Klinikums. Um die Anonymität der Frauen zu garantieren, gibt es keine Videoüberwachung.

Die Mütter können ihr Kind in ein hinter der Klappe stehendes Wärmebettchen legen. Drei Minuten nach Schließen der Klappe werden die Hebammen und Krankenschwestern in Kreißsaal und Wochenklinik alarmiert. Sie bringen das Baby in die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Nachdem es medizinisch versorgt wurde, informiert die Klinik das Jugendamt. Es holt den Säugling ab, bestimmt einen Vormund und kümmert sich um eine Pflege- oder Adoptionsfamilie.

Möchte die Mutter wissen, wie es ihrem Kind geht oder es zurückhaben, kann sie mit der Klinik Kontakt aufnehmen. Eine entsprechende Telefonnummer hat sie in der Babyklappe vorgefunden. Wichtig zu wissen: Auch Anrufe werden vertraulich behandelt.

Beste Voraussetzungen gesucht und gefunden

Bis 2012 wurden insgesamt 47 Neugeborene über die Babyklappen im Westen Berlins abgegeben. Der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja betonte die Wichtigkeit einer Babyklappe im Osten der Stadt: „Als der Gründer der Arche, Pfarrer Bernd Siggelkow, mit der Bitte auf mich zukam, eine Anlaufstelle für Mütter in extremen Notlagen zu finden, haben wir nach Möglichkeiten gesucht. Ich freue mich, dass wir im Vivantes Klinikum Hellersdorf die besten Voraussetzungen dafür gefunden haben.“

Vivantes hat rund 50.000 Euro in die Babyklappe investiert, öffentliche Mittel gab es dafür nicht. „Natürlich wünschen wir uns, dass Schwangere sich den Geburtsmedizinern unserer Kliniken anvertrauen. Aber es gibt absolute Notsituationen, in denen das nicht möglich ist“, sagte Dr. Andrea Grebe, Vorsitzende der Vivantes Geschäftsführung. „Wenn wir durch die Einrichtung der Babyklappe hier in Hellersdorf das Leben auch nur eines Neugeborenen retten können, haben sich unsere Bemühungen schon gelohnt.“

Hilfsangebote für Schwangere und Mütter

Kostenlose Informationen über die fünf Berliner Babyklappen bietet die kirchliche Seelsorge unter der Telefonnummer 0800/111 02 22. Eine Alternative ist die so genannte vertrauliche Geburt, die jeder Frau gesetzlich zusteht und ihr eine anonyme, aber medizinisch betreute Entbindung ermöglicht. Den Müttern, die diesen Weg wählen, stehen außerdem begleitende Beratungsangebote offen. Kinder, die auf diesem Weg zur Welt kommen, haben später einen gesetzlichen Anspruch darauf, ihre Herkunft zu erfahren. Informationen gibt es auf der Website www.geburt-vertraulich.de.

Über weitere Hilfsangebote können sich Schwangere und Mütter unter der Telefonnummer 0800/404 00 20 individuell beraten lassen – kostenlos, rund um die Uhr, barrierefrei und mehrsprachig.

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