Bleiben Sie gesund – So schützen Sie sich vor Grippe!

Leichtes Spiel für Viren

Hatschi! In den Wintermonaten haben Grippe und grippale Infekte Hochkonjunktur. Wen es erwischt, der quält sich mit Triefnase, kratzendem Hals und schweren Gliedern durch den Tag. Warum dann so viele Menschen erkranken, hat mehrere Gründe. „Zum einen verlängert die kalte Jahreszeit die Infektiösität der Viren, zum anderen sind die öffentlichen Verkehrsmittel deutlich voller. Die Menschen sitzen dicht an dicht, so dass die Viren leichtes Spiel haben, einen Wirt zu finden“, erklärt Dr. Hans-Ulrich Jahn, Infektiologe am Vivantes Klinikum in Berlin-Hellersdorf.

Ein weiterer Faktor ist, dass der Körper bei Kälte die Durchblutung in Nase und Rachen drosselt, um Wärmeverluste zu vermeiden. Dadurch ziehen sich die Blutgefäße nicht schnell genug zusammen, wenn man aus einem beheizten Raum an die frische Luft kommt. Die Folge: Die Abwehrfront in den Schleimhäuten wird löchrig, das Immunsystem ist geschwächt.

Grippe ist nicht gleich Grippe

Medizinisch unterscheidet man zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe. Die beiden Krankheitsbilder sind leicht zu unterscheiden. Ein grippaler Infekt beginnt meist zwei bis drei Tage nach der Ansteckung. Erst läuft die Nase, dann kommen Gliederschmerzen hinzu, manchmal auch Schüttelfrost und Kopfweh.

Eine echte Grippe, auch Influenza genannt, läuft ganz anders ab: Beinahe von einem Augenblick auf den anderen kommt es zu hohem Fieber, Gliederschmerzen und extremer Mattheit.

Es liegt was in der Luft

Die mehr als 200 bekannten Erkältungsviren verfügen über keinen eigenen Stoffwechsel. Um zu überleben, nisten sie sich in fremde Zellen ein, wo sie sich in hohem Tempo vermehren. Ab dann besteht Ansteckungsgefahr für andere.

„Die Erreger verteilen sich hauptsächlich über Tröpfcheninfektion“, sagt Chefarzt Hans-Ulrich Jahn und betont, wie groß ihr Radius dabei ist: „Mit einem einzigen Nieser können infizierte Menschen tausende von Viren freisetzen. Sie fliegen mit etwa 160 Stundenkilometern bis zu vier Meter weit in die Umgebung und bleiben so lange in der Luft, bis sie von einem anderen Menschen eingeatmet werden. Ein Mundschutz, wie er in Japan zum alltäglichen Straßenbild gehört, wäre daher sehr sinnvoll.“

Eine weitere Infektionsquelle ist die Übertragung per Hand. Egal ob auf Türklinken, Tankeinfüllstutzen, Einkaufswagen oder Treppengeländern: Viren können bis zu vier Stunden auf Oberflächen überleben. Wer sie berührt und sich anschließend beispielsweise die Nase reibt, kann sich infizieren. Dazu reichen schon zehn Viren aus. Zum Vergleich: Auf eine Stecknadelspitze passen rund 50.000 Stück. Vor einer Ansteckung über die Hände schützt regelmäßiges Händewaschen.

Ruhe und Schlaf helfen am besten

„Einmal infiziert gibt es leider nach wie vor keine Möglichkeit, etwas gegen eine Erkrankung zu unternehmen“, betont Vivantes Infektiologe Jahn. „Hat es einen erwischt, ist es ganz wichtig, dem Körper viel Ruhe zu gönnen.“

Um die Symptome ein wenig zu lindern, könne man außerdem auf Dampfinhalationen und schleimhautabschwellende Nasentropfen aus der Apotheke zurückgreifen. „Das lässt einen wenigstens besser schlafen“, so Jahn. „Bei erhöhter Temperatur ab 38,5 Grad Celsius kann man zusätzlich fiebersenkende Mittel einnehmen.“

So kann man sich schützen

Gegen die echte Grippe kann man sich impfen lassen. Vor einem grippalen Infekt schützt ein fittes Immunsystem. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Ernährung. Mineralstoffe wie Zink, Selen und Eisen sind Doping für das Immunsystem. Zink ist reichlich vorhanden in Käse, Eiern, Fleisch und Schalenfrüchten, Selen in Nüssen, Fisch und Gemüse. Als Eisenlieferanten eignen sich Soja, Linsen, Bohnen und Trockenobst. Auf einen gesunden Speiseplan gehören außerdem Fenchel, Leber und Karotten. Sie liefern Vitamin A und Betacarotin. Die wichtigen B-Vitamine stecken in Kartoffeln, Fisch und Bananen.

Gut für die Abwehrkräfte sind zudem Saunabesuche. Studien zeigen, dass 78 Prozent aller regelmäßigen Saunagänger von Infekten verschont bleiben. Einen ebenso guten Effekt haben heiß-kalte Wechselduschen. Regelmäßige moderate Bewegung bringt die Immunzellen ebenfalls auf Trab.

Kein Witz: Auch Lachen schlägt Viren in die Flucht. Wissenschaftler der Stanford-Universität in den USA haben nachgewiesen, dass herzhaftes Lachen die Bildung körpereigener Abwehrstoffe anregt. Ein weiterer Immunturbo ist Sex. Das haben Wissenschaftler der Universität Essen herausgefunden.

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