Der bewegte Mensch

Der Mensch muss sich bewegen, denn sein Körper ist für ein Leben mit Bewegung programmiert. Ohne Bewegung können sich unser Skelett, unsere Muskulatur und unsere inneren Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Unser Körper würde langsam, aber sicher, degenerieren. Bewegung schützt vor vielen Krankheiten, stärkt das Selbstbewusstsein und hält geistig fit – sie steigert unser Wohlbefinden und macht uns glücklich. Treiben wir Sport, tun wir unserem Körper, wie auch unserem Geist, also etwas Gutes. Dabei gilt aber auch: Es muss Spaß machen und sollte nicht in Zwang ausarten.

Wer sich nicht bewegt, wird krank

Wer kennt das nicht – man kommt von der Arbeit nach Hause, hatte einen anstrengenden Tag, fühlt sich müde, abgespannt und wünscht sich nichts anderes, als in Ruhe auf dem Sofa ausruhen zu können. Für unsere Vorfahren wäre das kein Problem gewesen, denn in ihrem harten Alltag, der strapaziösen Nahrungssuche mit Jagen, Kämpfen, Fliehen, war Faulheit überlebenswichtig: Sie mussten mit ihrer Energie äußerst sorgsam umgehen.
Der Alltag des Menschen von heute sieht anders aus: Auto, Rechner, Fernseher – so kann man es kurz und knackig zusammenfassen. Die Konsequenz: Wir werden immer dicker und mit den Fettpölsterchen kommen auch die Wohlstandskrankheiten, wie Herz-Kreislauf-Leiden, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Osteoporose und mehr. Dabei besagen Studien, dass bereits 15 Minuten Bewegung am Tag das Leben durchschnittlich um drei Jahre verlängert!

Warum tut uns Sport eigentlich so gut?

Körperliche Anstrengung setzt viele physiologische Vorgängen in Gang: Unser Herz pumpt schneller, unsere Körpertemperatur steigt an, unzählige Botenstoffe fließen in den Kopf und die Glieder. Neue Zellen bilden sich, krankes Gewebe heilt, im Gehirn entstehen neue Nervenbahnen. Die Muskulatur wird gekräftigt und sorgt für eine aufrechte (Lebens-)haltung, Verspannungen werden reduziert, das Skelett ist nicht so anfällig für Brüche. Der Körper wird straffer, fester und Selbstbewusstsein sowie Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit steigen. Dazu baut das Sich-mal-richtig-Auspowern angestaute Aggressionen ab und macht den Kopf frei. Auch Angststörungen, Depressionen, Suchtleiden, so haben Untersuchungen ergeben, werden durch körperliches Training gemildert.
Medizinern ist es bis heute nicht gelungen, alle Einzelheiten über die Heilkraft körperlicher Bewegung zu erforschen. Ganz sicher ist: Bewegung ist eine wirksame Therapie, hilfreich gegen weitaus mehr Krankheiten als bisher bekannt.

Welche Sportart ist die beste?

Sport sollte immer Spaß machen, und es ist nie zu spät, damit zu beginnen! Am liebsten treiben die Deutschen folgende Sportarten: Fahrradfahren, Fitness/Gymnastik, Wandern/Nordic Walking, Schwimmen, Laufen. Etwas weiter unten auf der Beliebtheitsskala: Ballsportarten, Kraftsport und Tanzen. Welcher Sport nun zu wem am besten passt – das kann jeder nur für sich selbst entscheiden. Eventuelle Empfindlichkeiten, Vor-Erkrankungen oder längere Sportpausen sollten bei der Wahl aber berücksichtigt werden. Ältere mögen es sanfter, Jüngere suchen schon mal nach Herausforderungen –  eine für alle gültige Empfehlung gibt es nicht. Vielen ist das soziale Umfeld und ein geselliges Miteinander in einem Verein (jeder Fünfte ist Mitglied in einem Sportverein) oder Team wichtig, andere bevorzugen die Einzelsportarten, in denen sie sich beweisen können. Sehr beliebt: die Fitnessstudios. Je nach Angebot und Mitgliedsbeitrag können die Mitglieder überwiegend sich selbst überlassen trainieren oder sich professional beraten und betreuen lassen. Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten ermöglichen es auch Nacht- oder Schichtarbeitenden, Sport zu treiben. Ende 2014 haben 9,1 Millionen Frauen und Männer diese Vorteile für sich genutzt – als Mitglieder in einem der 8.026 Fitnessstudios Deutschlands. Aber auch Nischen-Sportarten werden immer beliebter. Tauchen sie erst mal in den Medien auf, entwickeln sie sich häufig in kurzer Zeit zu Trends und gewinnen schnell Anhänger, beispielsweise Boxen, Beachvolleyball, Parkour, Stand-up-Paddling, Kampfsport. Ob Individualist oder Teamplayer – was zählt ist „let’s do it!“.

Wie viel Sport sollte es sein?

Experten sagen: „Der Körper muss in Balance bleiben.“ Was damit gemeint ist? Jeder hat ein subjektives Belastungsempfinden und sollte auf die Signale seines Körpers achten – die funktionieren nämlich wie Seismografen. Deshalb: maßvoll trainieren, nicht überfordern oder bis zur totalen Erschöpfung quälen, Krankheiten immer  auskurieren. Erfahrene und gut trainierte Freizeitsportler haben meist ein gutes Gespür für die eigene Befindlichkeit, Anfängern fehlt das häufig noch, sie kennen ihre Grenzen nicht gut genug. Stellen sich dann starker Muskelkater, Sehnenschmerzen, Symptome wie Schwächegefühl, Müdigkeit bei gleichzeitigen Schlafstörungen, geringer Appetit, Lustlosigkeit oder sogar Depressionen ein, dann könnte das auf eine Überbelastung hindeuten. Der Körper braucht Erholungsphasen, in denen er die Energiespeicher in den Zellen wieder auflädt und der Organismus kleine Reparaturarbeiten im Gewebe vornimmt. Unterstützend wirkt dabei eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Schließlich geht es um die Förderung und Erhaltung der eigenen Gesundheit, und dabei  gehören Sport, Regeneration und Ernährung untrennbar zusammen. Für viele, besonders unter den Jugendlichen, ist Sporttreiben aber inzwischen mehr als eine Gesunderhaltung:  Sie trainieren täglich, bis zum Umfallen und über ihre Grenzen hinaus – für den Sixpack, den perfekter Body, der ihnen in Werbung und Fernsehen als Ideal vorgelebt wird. Experten sprechen in diesem Zusammenhang vor einer „Sportsucht“. Hier sollten Eltern genau hinschauen und sich bei Bedarf psychologisch beraten lassen!

Sport im Alltag

Bewegung lässt sich auch im Tagesablauf sinnvoll und unkompliziert einbauen: Benutzen Sie die Treppe statt Rolltreppe und Fahrstuhl, steigen Sie ein oder mehrere Bahn- oder Busstationen vorher aus, parken Sie Ihr Auto weiter entfernt oder nutzen Sie öfter das Fahrrad. Verzichten Sie auf Telefonat oder E-Mail, und schauen Sie mal persönlich beim Kollegen vorbei. Einfach loslegen und machen!
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Fotos: Schwimmer – GettyImages 535967907

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