Einfach mal loslaufen!

Der Mensch ist ein Läufer. Seine genetische Ausstattung und sein Körperbau sind darauf ausgerichtet. Zur Zeit der Jäger und Sammler war er täglich viele Kilometer unterwegs, um das eigene Leben zu sichern. Jetzt sitzt er die meiste Zeit – auf dem Bürostuhl, dem Sofa, im Auto – und bewegt sich kaum noch. Die Folge: Herz und Kreislauferkrankungen sowie Stoffwechselerkrankungen nehmen rasant zu. Deshalb: Aufstehen, Schuhe an und los!

Laufen ist gesund, einfach, günstig und überall möglich. Es passt hervorragend in unsere Zeit, die geprägt ist von hohem beruflichem Engagement, viel Flexibilität, starken Anforderungen, privat und beruflich, und von Zeitmangel. Denn man kann zu jeder Zeit und an jedem Ort laufen, alleine, zu zweit oder in der Gruppe – Laufen macht frei und verbindet gleichzeitig. Angemessen dosiert hält Laufen jung und schützt vor Zivilisationskrankheiten. In vielen Studien wurde nachgewiesen, dass der Ausdauersport sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Laufen ist zwar kein Allheilmittel, beeinflusst aber die gesamte Befindlichkeit – und das in jeder Altersgruppe. Es gibt also viele gute Gründe, jetzt gleich damit anzufangen. Nutzen Sie die Aufbruchsstimmung im Frühjahr für einen Start in ein gesünderes Leben!

Wie verändert Laufen Ihr Leben positiv?

Kein Sport killt mehr Kalorien: in 30 Minuten rund 6 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Alle Muskeln werden beansprucht, der Sauerstofftransport verläuft reibungsloser – auch ins Gehirn. Sie bauen Stress ab, der Kreislauf kommt in Schwung, das Herz liefert mehr Leistung bei weniger Schlägen. Laufen reinigt das Blut und filtert die Lunge: Zu viel Harnsäure und Natrium werden abgebaut, gutes HDL-Cholesterin steigt, die Atemwege werden freier, sie können Sauerstoff besser ans Blut weiterreichen. Und nicht zu vergessen: Erfolgserlebnisse machen selbstbewusst und geben ein supergutes Gefühl!

7 Tipps für Einsteiger

Will man alle Vorteile des Laufens für sich nutzen und langfristig Spaß daran haben, dann sollte man ein paar Hinweise beachten. 7 haben wir für Sie zusammengestellt.

Bevor’s losgeht

Als erstes sollten sich Neu-Läufer über eines klar werden: Laufen ist etwas Kostbares. Im Gehirn gehört es deshalb nicht in die Schubladen „Pflicht“ und „Druck“, sondern in „frische Luft“ und „Erholung“. Planen Sie in Ihrer Arbeitswoche Zeit fürs Laufen ein, jeweils eine halbe Stunde, zwei- bis dreimal in der Woche ist optimal. Und genießen Sie diesen Freiraum!

Nicht zu viel Nachdenken

Experten sagen: „Es gibt keinen absolut richtigen Laufstil, Anfänger können nicht viel falsch machen.“ Laufen Sie aufrecht, Oberkörper leicht nach vorne beugen, Arme in Laufrichtung pendeln lassen. Vorbildlich sind Kinder: Ihr Bewegungsablauf ist natürlich, mit kurzen Schritten, guter Hüftstreckung und viel Raumgewinn. Atmen Sie dann, wenn Sie Luft brauchen – danach tief ausatmen. Laufen Sie dort, wo Sie sich wohlfühlen. Am liebsten ohne Zuschauer? Dann besser nicht im Park oder auf belebten Strecken laufen.

Realistisch bleiben

Laufen Sie eine Distanz, die für Ihren Fitnessstand locker zu schaffen ist. Finden Sie Ihr eigenes Tempo, klammern Sie sich nicht an Vorgaben wie Minuten pro Kilometer, Kilometer pro Woche, zu verlierende Kilos. Erreicht man diese nicht, stellt sich Frust ein. Nehmen Sie sich einfach nur vor: „Ich will mich besser fühlen!“

Ausgewogen Ernähren

Auf den Seiten 10/11 erklären wir, wie einfach das im Alltag funktioniert. Laufen Sie nicht mit vollem Magen, aber auch nicht mit leerem. Eine Banane oder ein Smoothie sind gute Energielieferanten vor dem Training. Als Raucher werden Sie es schwer haben: Es fehlt die Puste, das Herz pumpt wie wild, dazu stellt sich lästiger Husten ein. Also – am besten sofort abgewöhnen, es lohnt sich! Lesen Sie dazu die Seiten 18/19.

Verletzungen vermeiden

Die häufigsten Blessuren entstehen durch Überbelastung: Achillessehnenreizung, Ermüdungsbrüche, Schmerzen im Hüftbereich, im Oberschenkel, in den Gelenken. Das können Sie vermeiden: Übertreiben Sie das Training nicht! Bei länger andauernden Beschwerden suchen Sie bitte unbedingt einen Orthopäden auf.

Auf die Schuhe kommt es an

Anfänger brauchen andere Schuhe als Marathonläufer, Frauen andere als Männer, korpulente Menschen andere als zierliche. Bein- und Fußfehlstellungen, der individuelle Laufstil und die Breite der Füße spielen auch eine Rolle. Die Schuhe müssen festen Halt auf jedem Untergrund bieten, die Fußgelenke stützen, optimal dämpfen. Wichtig: eine Beratung in einem Fachgeschäft mit Laufband. Erfahrene Verkäufer erfragen Beschwerden, Laufziele, Laufgewohnheiten und messen den Fuß ab. Bester Zeitpunkt für den Schuhkauf: nachmittags oder abends, denn die Füße werden im Laufe des Tages breiter und dicker.

Funktionskleidung ist wichtig

Wollen Sie regelmäßig und längerfristig laufen, dann lohnt sich die Anschaffung. Achtung: Nicht zu warm anziehen! Die Kleidung sollte atmungsaktiv sein und vor Auskühlung schützen. Bei Regen ist eine Laufjacke empfehlenswert, die vor Nässe schützt und gleichzeitig Wasserdampf nach außen befördert. Für Frauen ganz wichtig: ein spezieller Sport-BH, der die Brust stützt. In der dunklen Jahreszeit geben Reflektoren an der Kleidung Sicherheit, für gutes Sehen und Gesehenwerden sorgt eine Stirnlampe.

„… ganz intuitiv“

Begonnen hat alles im Frühjahr 2001. Mit dem Onkel, der den damals 17-Jährigen zum Guts-Muths-Rennsteiglauf über die 21,1 Kilometer Halbmarathondistanz im Thüringer Wald einfach mitnahm. Im selben Jahr ging’s schon über den großen Teich, zum Marathon nach Chicago. Ist Stefan Tischer, Hobby-Marathonläufer und Physiotherapeut bei Vivantes, ein Blitzstarter?

„Nein, eher nicht“, antwortet der 30-Jährige, ganz tiefenentspannt, auf die Frage. „Irgendwie hat sich alles intuitiv entwickelt.“ Sportlich war er schon immer: Wintersport, Fahrrad fahren, Schwimmen – alles hat ihm Spaß gemacht. Dann kam das Laufen noch dazu. „Der Marathon über 42,195 Kilometer in Chicago war mein Schlüsselerlebnis. Die vielen Menschen an der Strecke, die einzigartige Atmosphäre, das war ein Riesenerlebnis für mich!“ Stefan Tischer nahm den emotionalen Schwung erst mal mit, trainierte fleißig, absolvierte erfolgreich weitere Langstreckenläufe. Dann machte er Pause – ganze drei Jahre lang. Warum? „Irgendwie war die Luft raus. Ich hatte auch noch andere Interessen, die hatten dann erst mal Vorrang.“ Ganz losgelassen hatte ihn das Laufen in der Zeit allerdings nicht. 2008 stieg er wieder ein ins Training, „gereifter“ – wie er sagt. In den Folgejahren lief er Marathons in Berlin und München und auch Super- und Ultramarathons als Königsstrecken des Rennsteiglaufs in Thüringen: 72,7 Kilometer in knapp acht Stunden. Im vergangenen Jahr waren die Marathonläufe in Dresden und New York die Highlights.

Nicht nur der Weg ist das Ziel

Dabei ist für Stefan Tischer nicht nur der Weg das Ziel: „Das Gefühl, wenn man es dann wirklich geschafft hat, ist großartig. Aber die Medaille ist mir auch wichtig!“ Davon hat er inzwischen reichlich eingesammelt, und es sollen in der Zukunft noch einige dazukommen. Für 2015 sind bereits Stadtläufe, verschiedene Marathons in Deutschland und ein Ultra-Marathon fest eingeplant. In der Zukunft könnten es auch mal Marathons in Boston, London oder Tokio sein, „mal abwarten“, so der Kommentar des Berliners. In „normalen“ Zeiten trainiert Stefan Tischer drei bis sechs Stunden pro Woche, abwechselnd mal auf Waldboden, mal auf Asphalt. Seine regelmäßigen Arbeitszeiten von acht bis 16.30 Uhr kommen ihm dabei entgegen. Vor großen Läufen wird ein „Zehn-Wochen- Zeitfenster“ mit festen Trainingseinheiten und Zielvorgaben eingeplant. Da kommen schon mal 60 Kilometer pro Woche zusammen, zur Not im Dunkeln mit Stirnlampe. Im Durchschnitt absolviert Stefan Tischer mindestens zwei Marathons pro Jahr, dazu ein bis zwei Ultraläufe und zahlreiche Stadtläufe. Zwei Paar Laufschuhe bleiben im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke, das sind rund 160 bis 260 Euro, die neben den Start-, Anreise- und Übernachtungskosten für das Hobby jährlich aufgebracht werden müssen. Seit 2013 darf sich der Berliner nach drei Ausbildungsjahren Physiotherapeut nennen, sein festes Einkommen bei Vivantes macht es einfacher. Wie auch das fachliche Wissen um die Anatomie des Bewegungsapparates. Sich selbst behandeln musste Stefan Tischer allerdings noch nicht: „Ich bin nicht verletzungsanfällig – zum Glück!“ Hat er immer Spaß am Training? „Nein, manchmal habe ich überhaupt keine Lust zum Laufen. Dann mach ich was anderes, gehe Klettern oder Fahrrad fahren.“ Und hat er einen Tipp für die, die gerade anfangen möchten zu laufen? „Ja – es ist nie zu spät, man muss nur wollen. Deshalb: Einfach rein in die Schuhe und loslaufen!“

Lassen sie sich durchchecken!

Wer vor Jahren das letzte Mal gelaufen ist oder ganz neu damit beginnen möchte, sollte vorher einen medizinischen Check-up durchführen lassen. Das gilt insbesondere für alle Laufambitionierten, die älter als 35 Jahre, übergewichtig oder krank sind. Diese Gesundheitsuntersuchung steht allen gesetzlich Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr zu. Sie dient der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen. Risikofaktoren werden dabei erkennbar, und es wird festgestellt, ob diese bereits zu einer Erkrankung geführt haben. Die Untersuchungen sind für den Patienten wenig belastend und dauern rund eine halbe Stunde. Das Bundesgesundheitsministerium weist auf die Wichtigkeit eines regelmäßigen Checkups hin: Bei etwa jedem Zweiten werden eine Erkrankung und/oder Risikofaktoren festgestellt, die bis dahin noch nicht bekannt waren!

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Vivantes rennt!

Auch bei Vivantes wird gelaufen! Wir unterstützen unsere Mitarbeiter bei der Teilnahme an ausgewählten Lauf-Veranstaltungen. Am 16. Mai 2015 startete die Vivantes Lauf-Saison mit dem 32. AVON Frauenlauf in Berlin. Zahlreiche Vivantes Mitarbeiter haben sich Ihr Vivantes Laufshirt übergezogen und sind in unterschiedlichen Disziplinen an den Start gegangen.

Weiter geht es am 12. Juni mit dem 14. Berliner Firmenlauf ! Anmeldefrist für den Firmenlauf ist der 31. Mai 2015!

Also nicht zögern, melden Sie sich noch heute bei einer der zahlreichen Lauf-Veranstaltungen in Berlin und Umgebung an.

Eine Übersicht der Laufveranstaltungen in Berlin finden Sie zum Beispiel hier: RUNME Laufkalender Berlin

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