Einzigartig in Berlin – Vivantes bietet interdisziplinäre Menopausen-Sprechstunde an

Hormone haben großen Einfluss auf unsere seelische Gesundheit. Das bekommen Frauen in den Wechseljahren häufig sehr deutlich zu spüren. So bringt die Menopause oder das Klimakterium, wie die Wechseljahre auch genannt werden, einschneidende Veränderungen mit sich, die für viele Frauen problematisch sind – und die sie oft nicht tolerieren wollen.

Um Frauen in dieser Lebensphase zu unterstützen, bietet das Zentrum für Seelische Frauengesundheit im Vivantes Humboldt-Klinikum in Zusammenarbeit mit der Klinik für Gynäkologie seit Mai 2014 eine interdisziplinäre Menopausen-Sprechstunde an. Es ist die erste Sprechstunde dieser Art an einem Berliner Krankenhaus.

Der Leidensdruck kann groß sein

Die Wechseljahre beginnen ungefähr zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr. „Frauen erleben dann oft komplexe körperliche und emotionale Veränderungen“, erklärt Prof. Dr. Stephanie Krüger, Chefärztin am Zentrum für Seelische Frauengesundheit. Dann sei Vorsicht geboten. „Besonders in der Frühphase der hormonellen Veränderungen, Perimenopause genannt, besteht ein 14-fach erhöhtes Risiko gegenüber anderen Lebensphasen an einer affektiven Störung zu erkranken.“ Möglich sind unter anderem Depressionen oder Angsterkrankungen. Frauen in den Wechseljahren stellen darüber hinaus oft fest, dass ihre Leistungsfähigkeit nachlässt, weil sie unkonzentriert sind und es ihnen schwer fällt, sich Dinge zu merken.

„Unsere Patientinnen erwartet ein ganzheitliches Konzept zur Beratung und gegebenenfalls Therapie ihrer Symptome und Beschwerden“, verspricht Stephanie Krüger. Das schließt eine gynäkologische sowie psychiatrisch-psychotherapeutische Beratung und Behandlung ein.

Sonderfälle sind willkommen

Die Sprechstunde steht auch Frauen offen, bei denen die Wechseljahre weit vor dem 40. Geburtstag einsetzen. Jüngere Frauen haben besondere medizinische und psychologische Bedürfnisse. „Kinderwunsch und Familienleben sind dadurch oft nicht mehr umzusetzen. Die betroffenen Frauen müssen somit ihre Lebensplanung komplett verändern, was zu erheblichen seelischen Problemen führen kann“, weiß Chefärztin Krüger. Sie und ihre Kollegen besprechen mit den Betroffenen, welche Schwerpunkte die Behandlung haben sollte und beziehen auch die Lebenspartner mit ein.

Ein weiterer Sonderfall sind Frauen, die aufgrund hormoneller Behandlung oder Entfernung der Eierstöcke im Rahmen einer Krebserkrankung in die Wechseljahre kommen. Sie müssen nicht nur mit den Folgen ihrer Krankheit fertig werden, sondern auch mit den unter Umständen verfrüht und heftig eintretenden Beschwerden der Wechseljahre. Das Team der Menopausen-Sprechstunde verfügt über umfassende psychoonkologische Kompetenzen und kann betroffene Frauen in allen Belangen beraten und behandeln.

So läuft die Sprechstunde ab

Im Fokus der Untersuchung steht die psychiatrische und psychologische Diagnostik der seelischen Beschwerden.
In den Fällen, in denen kein eindeutiger Zusammenhang mit den Wechseljahren festgestellt werden kann oder in denen beispielsweise aufgrund einer Krebserkrankung somatischer Behandlungsbedarf besteht, erfolgt eine zeitnahe gynäkologische Untersuchung bzw. die Vorstellung im kooperierenden Brustzentrum.

Die gynäkologische Untersuchung umfasst
neben einer körperlichen auch eine vaginale Untersuchung der Ovarien und der Gebärmutter sowie eine Untersuchung der Brust.

Nach abgeschlossener psychiatrischer und, falls erforderlich, gynäkologischer Diagnostik erfolgt eine Therapieempfehlung im persönlichen Gespräch und nachfolgend als schriftlicher Bericht. Daran kann eine ambulante Behandlung, aber auch ein stationärer Aufenthalt anschließen.

Die Sprechstunde soll Patientinnen in diesem häufig von Belastungen geprägtem Lebensabschnitt Stabilität vermitteln. Im Umgang mit den Patientinnen ist Chefärztin Stephanie Krüger und dem Ärzteteam der Sprechstunde deshalb eines besonders wichtig: „Wir möchten, dass sich Frauen bei uns sicher und willkommen fühlen.“

Termine für die Menopausen-Sprechstunde bei Vivantes können per Mail oder telefonisch unter der Nummer (030) 130 12 2100 über das Sekretariat des Zentrums für Seelische Frauengesundheit vereinbart werden.

Kommentare anzeigen (0)

Kommentar schreiben

This is a unique website which will require a more modern browser to work! Please upgrade today!