Gemeinsam helfen – medizinische Versorgung von Kindern aus Gaza

Das Vivantes Klinikum im Friedrichshain und das Vivantes Klinikum Neukölln behandeln seit einigen Wochen kriegsverletzte Kinder und Jugendliche aus Gaza. Die Krankenhäuser unterstützen damit eine humanitäre Aktion mehrerer Hilfsorganisationen, darunter auch ein Berliner Projekt. Dr. Saher Khatib, Thoraxchirurg am Vivantes Klinikum Neukölln spricht im Interview über das Hilfsprojekt und die kleinen Patienten.

Red.: Herr Dr. Khatib, Vivantes behandelt seit einiger Zeit Kinder aus Gaza. Wie vielen Patienten konnte geholfen werden?

Dr. Khatib: Wir haben über Hilfsorganisationen mehr als 20 Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland und Österreich geholt. Darunter sind momentan vier in den Vivantes Kliniken. Die jungen Patienten sind zwischen vier und 18 Jahre alt und haben teils schwere Verletzungen aufgrund der schwierigen Situation in diesem Krisengebiet erlitten. Mehrere Vereine, darunter „PalMed Deutschland“ und „Medical and Humanitarian Support (MHS)“ engagieren sich für die Behandlung der Kinder in Deutschland. Durch die sehr gute Zusammenarbeit und Organisation der ehrenamtlichen Helfer genießen die kleinen Patienten eine hervorragende Betreuung und Begleitung.

Red.: War es der erste Einsatz dieser Art, den die Krankenhäuser unterstützt haben?

Dr. Khatib: Nein – Im letzten Jahr waren bereits sechs Patienten aus dem Krisengebiet bei uns und wurden medizinisch behandelt. Dafür sind wir den Vivantes Kliniken äußerst dankbar und hoffen, dass sie unsere Projekte auch weiterhin unterstützen. Wir hoffen, dass andere Krankenhäuser dem guten Beispiel folgen.

Red.: Warum ist eine Behandlung in einer deutschen Klinik notwendig?

Dr. Khatib: In der Heimat dieser Kinder ist eine adäquate medizinische Versorgung nicht möglich. Sie kommen aus Krisenregionen, wo die Behandlung vor Ort sehr schwierig ist. Zum Teil müssen Kinder ohne Narkose operiert werden.

Red.: Welche Verletzungen weisen die Kinder auf?

Dr. Khatib: Wir haben erst vor einigen Tagen einen kleinen Jungen operiert, der im Brustkorb von einer Granate verletzt worden war. Wir haben einen Splitter entfernt, der zwischen Herz und Lungenwurzel lag. Dieser Eingriff wäre im Krisengebiet nicht möglich gewesen. Nach der Operation kann der kleine Junge erstmals wieder richtig sitzen. Sein Lächeln ist ein unbezahlbarer Moment.

Dr. Khatib und die beteiligten Organisationen und Vereine bedanken sich ganz herzlich bei Vivantes für die Unterstützung bei der Behandlung der Kinder. Er hofft, dass auch andere Kliniken die Behandlung kriegsbetroffener Kinder hierzulande ermöglichen. Aktuell arbeitet er an einer Liste von 30 Kindern mit komplizierten Verletzungsmustern, die einer adäquaten medizinischen Versorgung bedürfen.

Kontakt:
Dr. Saher Khatib
E-Mail

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