Sommer, Sonne, Haut

Achtung Sommer!

Die Sommerferien stehen vor der Tür. In den langen dunklen Wintermonaten haben wir uns alle nach der wohligen Wärme von Sonnenstrahlen auf unserer Haut gesehnt. Aber Achtung: Ohne den richtigen Lichtschutz kann die Sonne der Haut langfristig großen Schaden zufügen.

Denken wir an Organe, kommen uns schnell Leber, Herz oder Nieren in den Sinn. Tatsächlich ist die Haut das größte und schwerste Organ unseres Körpers. Rund ein sechstel des gesamten Körpergewichts macht sie aus. Als wahres Multitalent übernimmt sie eine Vielzahl verschiedener Funktionen: Sie schützt uns vor Umwelteinflüssen und reguliert den Wärmehaushalt des Körpers. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Teil unseres Stoffwechsels und Immunsystems. Sie wächst mit uns und sie kann in ihrer Funktion als Sinnesorgan sogar fühlen und tasten. Damit die Haut diese wichtigen Aufgaben erfüllen kann, braucht sie Schutz – insbesondere vor zu starker Sonneneinstrahlung.

Risiko Hautkrebs: Man kann sich ganz leicht schützen

Allein in Deutschland wird jährlich bei rund 250.000 Menschen Hautkrebs festgestellt. Dabei liegt der sogenannte „weiße Hautkrebs“ mit circa 220.000 Fällen an erster Stelle. Bei rund 30.000 Menschen wird der bösartige schwarze Hautkrebs, das „Melanom“ diagnostiziert.

Damit zählt Hautkrebs zu den häufigsten Tumorarten. Hauptrisikofaktor ist die übermäßige Belastung durch UV-Strahlung. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt dies mittlerweile so ein. Man unterscheidet die kurzwellige UVB-Strahlung, die für den Sonnenbrand verantwortlich ist, und die langwellige UVA-Strahlung, die unsere Haut schneller altern lässt. Beide lösen Veränderungen im Erbgut unserer Zellen aus. Die gute Nachricht lautet: man kann sich ganz leicht schützen.

Tipps von Experten

Professor Dr. Peter Karl Kohl ist Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Venerologie im Vivantes Klinikum Neukölln. Er weiß, mit welchen einfachen Mitteln man sich wirkungsvoll vor zuviel Strahlung schützen kann. Auf drei Gebieten sollte man sich auskennen: Die richtigen Maßnahmen, um sich vor der Sonne zu schützen, das Wissen um den eigenen Hauttyp sowie den geeigneten Lichtschutzfaktor. Professor Kohl hat Tipps und Informationen für Sie zusammengestellt:

Welche Schutzmaßnahmen sind sinnvoll?

– Immer einen geeigneten Sonnenschutz verwenden. 30 Minuten bevor man das Haus verlässt, großzügig eincremen, dann alle zwei bis drei Stunden nachcremen. Wichtig: Auch die Lippen nicht vergessen.
– Die Mittagssonne meiden und schattige Plätze bevorzugen.
– Sport in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen.
– Sonnenbrand sollte unbedingt vermieden werden.
– Haut und Augen zusätzlich mit sonnendichter Kleidung und einer Sonnenbrille schützen.   Bei der Brille sind die CE-Prüfzeichen „100%UV“ oder „100UV400mm“ wichtige Hinweise, dass ein ausreichender UV-Schutz gegeben ist.
– Besuche im Sonnenstudio meiden.
– Besonders wichtig: Tabletten mit Beta-Karotin, Vitamin A oder Selen schützen nicht vor Sonnenbrand.
– Säuglinge und Kleinkinder sollten grundsätzlich bis Ende des zweiten Lebensjahres nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Ihre Haut hat noch keinen ausreichenden UV-Schutz ausgebildet.

Welcher Hauttyp bin ich?

Helle Haut ist empfindlicher, dunkle Hauttypen können sich länger gefahrlos in der Sonne aufhalten – welche Art Schutz unsere Haut braucht, ist individuell sehr unterschiedlich. Die ungefährlichen Sonnenminuten berechnet man, indem man die ungefähre Eigenschutzzeit der Haut mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) der Sonnencreme (bis Schutzfaktor 25) multipliziert.

Hauttyp I – der keltische Typ: Diese Menschen haben meist rote Haare, sehr helle Haut und eine neigen zur Bildung von Sommersprossen. Sie werden fast gar nicht braun und bekommen schon nach rund 10 Minuten ohne Schutz Sonnenbrand.

Hauttyp II – der nordeuropäische Typ: Hat meist blond-braune Haare und helle Augen und ebenfalls Sommersprossen. Dieser Typ bräunt zwar langsam, bekommt aber schon nach 10 bis 20 Minuten einen Sonnenbrand.

Hauttyp III – der Mischtyp: Hat meist braune Haare und vorwiegend braune Augen. Er kann sich ohne Risiko 20 bis 30 Minuten in der Sonne aufhalten.

Hauttyp IV – der südländische Typ: Er hat meist bräunliche Haut und keine Sommersprossen und darf sich ohne Schutz etwas länger als 30 Minuten in der Sonne aufhalten.

Welcher Lichtschutzfaktor ist für mich geeignet?

Verwenden Sie grundsätzlich nur Sonnenschutzmittel, die sowohl UVA- als auch UVB-Schutz enthalten. Folgende Lichtschutzfaktoren werden für die unterschiedlichen Hauttypen empfohlen:

Hauttyp I und Kinder: LSF 30 und höher
Hauttyp II: LSF 15 bis 40
Hauttyp III: LSF 12 bis 30
Hauttyp IV: LSF 8 bis 15

Um Kreislaufproblemen vorzubeugen rät Peter-Michael Albers, Chefarzt der Rettungsstelle im Vivantes Wenckebach-Klinikum viel zu trinken. „Jeder sollte am Tag zwischen 2,5 und drei Liter trinken.“ Sagt der Experte. Bei der Hitze ist Mineralwasser am besten. Aber es darf auch alkoholfreies Weizenbier sein: „Das löscht den Durst sehr gut, weil es nicht viel Zucker enthält und isotonisch ist“. Alkoholische Getränke sollten aber tagsüber überhaupt nicht getrunken werden.

Wichtig ist auch, die Zimmer in der Wohnung morgens und abends zu lüften. Ältere Menschen sollten am besten drinnen bleiben, weil sie die hohen Temperaturen draußen schlechter ausgleichen können, als Jüngere. Außerdem haben sie ein weniger ausgeprägtes Durstgefühl. Für alle gilt: Das Eincremen nicht vergessen! Mindestens Lichtschutzfaktor 30 wird empfohlen.

Wenn Sie diese einfachen Hinweise befolgen, steht einem gesunden Sonnenvergnügen nichts im Weg. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer!

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