Wiederbelebung – Jeder kann ein Leben retten

Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen – ob im Büro, zu Hause oder in der U-Bahn. Mit bis zu 100.000 Fällen pro Jahr zählt er zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Betroffenen sind auf schnelle Hilfe angewiesen, denn bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Die gute Nachricht ist: Jeder kann helfen und mit ganz einfachen Mitteln ein Leben retten. Viele Menschen trauen sich jedoch nicht – aus Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist das einzige, das man falsch machen kann, nichts zu tun.

Prüfen – rufen – drücken

Wenn wir sehen, dass ein Mensch bewusstlos zusammenbricht, gilt der Grundsatz: prüfen, rufen, drücken. Prüfen, ob die Person auf Ansprache oder ein Rütteln an der Schulter reagiert und noch regelmäßig atmet. Ist dies nicht der Fall, den Rettungsdienst unter 112 rufen. Sind weitere Personen in der Nähe, sollte man diese bitten, den Notruf abzusetzen. Dann so schnell wie möglich mit der Herzdruckmassage beginnen, das heißt, in der Mitte des Brustkorbs fest und bis zu 100 Mal in der Minute drücken. Dies macht man solange, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Dr. med. Oliver Krysiak ist Facharzt für Anästheosiologie im Vivantes Wenckebach-Klinikum in Berlin-Tempelhof und weiß, warum die Reanimation so wichtig ist: „Mit jeder Minute, die ein Herz stillsteht, sterben Gehirnzellen ab und die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt um 10 Prozent. Der Rettungsdienst braucht selbst in einer Stadt wie Berlin durchschnittlich 10 Minuten, bis er bei einem Notfall eintrifft. Ohne sofortige Hilfe ist es dann für die meisten Betroffenen zu spät.“

Die Herzdruckmassage ist entscheidend

Mit der Herzdruckmassage kann auch jemand ohne Erfahrung nichts falsch machen. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass beispielsweise eine Rippe bricht“, erklärt Dr. Krysiak. „Man kann durch die Druckmassage kein gesundes Herz aus dem Rhythmus bringen.“ Ersthelfer können zudem in Deutschland rechtlich nicht belangt werden. Wer mit der Mund-zu-Mund-Beatmung vertraut ist, kann auch diese anwenden: nach 30 Einheiten Herzdruckmassage kommen 2 Beatmungen . Die entscheidende Maßnahme ist aber die Herzdruckmassage: Durch das Pumpen wird die Restluft, die sich immer in unserer Lunge befindet, im Körper verteilt und hält für das Gehirn eine Minimalversorgung aufrecht, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Auch vor der Anwendung eines „Automatisierten Externen Defibrillators“ (AED) muss niemand Angst haben. Die Geräte sind für den Gebrauch von Laien konstruiert, der Helfer muss nur die Klebe-Elektroden befestigen. „Sie prüfen, ob das Herz überhaupt eine Unterstützung braucht und geben dem Helfer konkrete Sprachanweisungen, wie zum Beispiel: ‚Jetzt den Patienten ansprechen’“, erklärt der Anästhesist.

Vivantes-Experten zeigen alles Wissenswerte zum Thema Wiederbelebung

Vom 19. bis 26. September findet die Woche der Wiederbelebung im Rahmen der Kampagne „Ein Leben retten – 100 pro Reanimation“ statt. Auch das Vivantes Wenckebach-Klinikum ist mit einer Veranstaltung dabei. Am 19. September zeigen Herr Albers, Dr. Krysiak und Kollegen auf dem Vorplatz des Karstadt in Berlin-Tempelhof (Tempelhofer Damm 191, U6: Kaiserin Augusta Straße) wie einfach und effektiv jeder in einer Notsituation helfen kann und beantworten alle Fragen rund um das Thema Laienreanimation. Hier können Interessierte unter fachlicher Anleitung an einer Puppe die Reanimation üben – damit auch Sie vielleicht einmal zum Lebensretter werden können.

Weitere Mitmach-Aktionen von Vivantes finden im Klinikum Spandau mit einem Reanimationstrainining für alle statt und im Klinikum im Friedrichshain.

Mehr Informationen zu den Mitmachaktionen finden Sie in unserer Pressemitteilung: Aktionen in Woche der Wiederbelebung: Vivantes-Ärzte zeigen, wie man reanimiert und ermutigen Laien, Leben zu retten

Titelfoto: cardiogram_48304280_M© ILYA AKINSHIN – Fotolia.com

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