Die unbekannte Folge des Rauchens: COPD

COPD, die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, wird auch als die „große, unbekannte Schwester vom Asthma“ bezeichnet. Längst gilt die früher als „Raucherlunge“ bezeichnete Erkrankung als eine der großen Volkskrankheiten. Inzwischen liegt sie auf Platz vier der häufigsten natürlichen Todesursachen in Deutschland. Allein in Berlin sind bereits eine Viertelmillion Menschen betroffen.

COPD steht für Chronic Obstructive Pulmonary Disease. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Lungenerkrankungen, bei der die Ausatmung (Exspiration) behindert ist. Dazu gehören beispielsweise die chronisch-obstruktive Bronchitis oder das Lungenemphysem. Die Betroffenen leiden unter Atemnot, ständigem Husten und Auswurf, also das Spucken von zähem Schleim (AHA-Syndrom).

Auslöser für die Symptome sind viele kleine Entzündungsherde in der Lunge. Diese führen zu einer Verengung der Atemwege, zur Schwellung der Bronchialschleimhaut und zur vermehrten Bildung von Schleim. Während Asthma und eine leichte Bronchitis die Lungen nur zeitweise verengen, zerstören die COPD-Entzündungen das Gewebe. Zurück bleibt Narbengewebe, das den Luftaustausch nicht mehr in voller Stärke leisten kann.

Hauptursache für die Erkrankung sind das Rauchen und das Passiv-Rauchen. Seltener kommen feinste Staubpartikel, wie sie auf Baustellen oder in der Landwirtschaft vorkommen, als Auslöser der Erkrankung in Frage.

Um die Ursache der COPD wirksam zu bekämpfen, hat Vivantes das „Institut zur Tabakentwöhnung und Raucherprävention“ am Vivantes Klinikum Neukölln ins Leben gerufen. Geleitet wird die Einrichtung vom Chefarzt der Klinik für Innere Medizin –Pneumologie und Infektiologie, Prof. Dr. Wulf Pankow. Denn auch bei einer bestehenden COPD ist das sofortige Aufhören mit dem Rauchen die wichtigste therapeutische Maßnahme. Im Institut leiten erfahrene Psychologen und Ärzte Rauchentwöhnungskurse nach wissenschaftlich erprobten, wirksamen Methoden.

Ist die COPD einmal da, geht es vor allem darum, die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten, denn die Erkrankung ist nicht heilbar. „Moderne Behandlungsmethoden und die aktive Mitarbeit des Patienten können den Verlauf der Erkrankung jedoch entscheidend verlangsamen“, erklärt Professor Pankow. „Neben der Tabakentwöhnung bei Rauchern gehört dazu auch Sport. Kontrollierte Belastung unterstützt den Aufbau der Muskulatur der Lunge, was für COPD-Patienten besonders wichtig ist.“

Ganz aufhalten lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung jedoch nicht. Die Ärzte unterscheiden vier Stadien der Erkrankung. Zeigen sich in der Gruppe I nur leichte Symptome, weicht bei Patienten der Gruppe IV die Lungenfunktion bereits über 70 Prozent von der normalen Lungenleistung ab. Die Patienten sind chronisch mit Sauerstoff unterversorgt und leiden auch im Ruhezustand an Atemnot. Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt. Die Betroffenen leiden an plötzlichen Anfällen von Atemnot, häufig ausgelöst durch Erkältungsviren oder Bakterien. Chefarzt Pankow rät: „Kommt es zu plötzlicher Atemnot beim Gehen und Sprechen oder schlägt das Herz schnell und unregelmäßig, sollte gleich ein Notarzt aufgesucht werden.“

Etwa die Hälfte aller Patienten leiden zudem an Begleiterkrankungen. „Hier sind in erster Linie Herz-Kreislauferkrankungen, Arterien-Verkalkungen und Diabetes zu nennen“, erläutert Prof. Pankow. „Hinzu kommt, dass viele Patienten mit COPD an Appetitlosigkeit leiden, was zu starkem Gewichtsverlust führen kann. Auch Depressionen sind leider häufiger Begleiter der Betroffenen.“ Auch diese Begleiterkrankungen werden wiederum vom Tabakkonsum begünstigt.

„Wir behandeln unsere Patienten und ihre Angehörigen einfühlsam und nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen“, so Prof. Pankow. „Darüber hinaus setzen wir aber auch am Ursprung der Erkrankung an – dem Rauchen. Im Institut für Tabakentwöhnung und Raucherprävention unterstützen wir jeden, der mit dem Rauchen aufhören möchte. Denn nur so können wir künftige Erkrankungen verhindern und das Fortschreiten der Erkrankung begrenzen.“

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Prof. Pankow führt einen Lungenfunktionstest durch

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Prof. Pankow wertet die Untersuchung aus


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