Dengue-Fieber: Ein gefährliches Urlaubssouvenir

Sommerzeit ist Reisezeit. Bei vielen sind Reiseziele außerhalb Mitteleuropas inzwischen sehr beliebt. Doch in subtropischen und tropischen Gebieten können Mücken das sogenannte Dengue-Fieber übertragen. Die Viruserkrankung kann starke Schmerzen verursachen und in seltenen Fällen auch einen schweren Verlauf nehmen.

Hauptverbreitungsgebiet des Dengue-Virus sind Zentralafrika, Indien, Südostasien, Lateinamerika und der Süden der USA. Hier leben verschiedene Mückenarten, die das Virus durch Stiche übertragen. Die Symptome des Dengue-Fiebers sind vergleichbar mit denen einer schweren Grippe: Fieber und die für die Dengue-Erkrankung typischen starken Muskelschmerzen, insbesondere in Rücken und Waden. Im Volksmund wird es deshalb auch „Knochenbrecherkrankheit“ genannt.

Nicht nur wegen der starken Schmerzen ist das Dengue-Fieber eine ernstzunehmende Erkrankung. „In schweren Fällen kann es zum sogenannten Dengue-Schocksyndrom kommen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Keikawus Arastéh, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Infektiologie und Gastroenterologie im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Berlin. „Das Blutgerinnungssystem des Körpers bricht zusammen und es kommt zu Blutungen aus den Schleimhäuten.“ In diesem Fall ist eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich.

Stellt man Symptome bei sich fest, sollte in jedem Fall umgehend ein Arzt aufgesucht werden. „Insbesondere in den Reiseländern ist der fachgerechte Umgang mit der Krankheit bekannt“, erklärt Dr. Arastéh. Virenhemmende Medikamente gegen das Fieber existieren nicht, aber die Symptome sind gut zu behandeln. Neben einer intensiven Schmerztherapie ist vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Achtung: Aspirin eignet sich zur Behandlung der Schmerzen wegen seiner gerinnungshemmenden Wirkung nicht. Paracetamol ist der geeignetere Wirkstoff.

Auch in Südfrankreich und der Ferieninsel Madeira hat es schon Fälle von Dengue-Fieber gegeben. „Laut Robert-Koch-Institut wird die Erkrankung jährlich bei 600 bis 800 Patienten in Deutschland nachgewiesen“, erklärt Chefarzt Arastéh. „In manchen Fällen werden die Mücken durch Reisende im Flugzeug mitgebracht. Bei günstigen klimatischen Bedingungen kann sie sogar in Deutschland eine Weile überleben.“ Auch die globale Erwärmung kann bei der Verbreitung eine Rolle spielen.

Viele Länder ergreifen inzwischen Maßnahmen, um das Dengue-Fieber einzudämmen. So arbeitet man beispielsweise mit mutierten Mücken, die die Überträgermücken auffressen. Auch an der Entwicklung eines Impfstoffs wird gearbeitet.

Die wirkungsvollste Maßnahme gegen die Erkrankung ist jedoch nach wie vor der Mückenschutz: Durch entsprechende Kleidung, Moskitonetze und Mückenschutzmittel.

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