Haarausfall: Hilft eine Kühlkappe?

Häufige Begleiterscheinung einer Chemotherapie und eine zusätzliche Belastung für die an Krebs Erkrankten ist der Haarausfall. Im Vivantes Brustzentrum wird eine Kältekappe auf ihre Wirksamkeit getestet.

Viele der für die Chemotherapie eingesetzten Medikamente – sogenannte Zytostatika – wirken besonders auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen. Sie schädigen Haarwurzel-, Haut-, Schleimhaut- und Blutzellen. Kopfhaare wachsen in der Regel etwa ein Drittel Millimeter pro Tag, zwischen 80 und 90 Prozent aller sich an der Haarwurzel befindlichen Zellen sind kontinuierlich in der empfindlichen Teilungsphase. Augenbrauen, Wimpern und die Körperbehaarung wachsen langsamer, nur etwa 10 bis 20 Prozent der Haarwurzeln sind hier besonders empfänglich für eine Schädigung Greifen bestimmte Zytostatika (nicht alle haben Einfluss auf Haare) in diesen Zyklus ein, setzt nach ungefähr zwei bis vier Wochen ein Haarausfall ein, unterschiedlich stark. Gerade für Frauen bedeutet das eine weitere psychische Belastung – denn ihre Krankheit wird damit auch nach außen sichtbar, viele fühlen sich stigmatisiert. Immer wieder werden Möglichkeiten getestet, den durch Chemotherapie bedingten Haarverlust zu vermeiden, ihn zumindest deutlich zu verringern. Beispielsweise mit einer Kühl- oder Kältekappe aus Silikon. Mithilfe dieser „cool cap“ wird die Kopfhaut der Patientin während der Therapie auf drei bis fünf Grad heruntergekühlt. Der Effekt: Die örtlichen Blutgefäße verengen sich, dadurch erreichen weniger Zytostatika die Haarwurzeln, sie werden geschont.

Dr. Marion Paul, Leitende Oberärztin im Vivantes Brustzentrum im Klinikum Am Urban, sammelt bereits Erfahrungen mit der Kühlkappe: „Einige unserer Patientinnen, die an Brustkrebs erkrankt sind und mit einer Chemotherapie behandelt werden, testen die Kappe derzeit. Noch können wir keine verbindlichen Aussagen über Wirksamkeit und Erfolg treffen. Wir werden die Ergebnisse abwarten und zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich über unsere Erfahrungen berichten.“

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