Kleine Lebensretter – mit einer Nabelschnurblutspende viel Gutes bewirken

Während einer Schwangerschaft ist die Nabelschnur die lebensnotwendige Verbindung zwischen Mutter und Kind. Nach der Geburt hat die Nabelschnur ihre Aufgabe erfüllt – aber das Blut, das durch die Nabelschnur fließt, enthält wertvolle Stammzellen. Sammelt und konserviert man dieses nach der Geburt, können die darin enthaltenen Stammzellen anderen Menschen, die zum Beispiel an Blutkrebs (Leukämie) leiden, eine Chance auf ein neues Leben geben. So können Babys schon in den ersten Minuten ihres Lebens zum Lebensretter werden.

Möglich ist dies zum Beispiel im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. Die Klinik für Gynäkologie kooperiert bereits seit 2009 mit der Nabelschnurblutbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS und wurde für ihr großes Engagement auf dem Gebiet auch bereits ausgezeichnet. „Mutter und Kind brauchen die Nabelschnur nach der Geburt nicht mehr“, erklärt PD Dr. med. Herbert Mecke, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. „Aber die Stammzellen geben Menschen, die an Blutkrebs oder anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden, eine Chance auf Heilung.“

Die im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen sind sogar besonders geeignet für eine Spende, weil sie noch nicht ganz ausgereift und damit anpassungsfähiger sind. Normalerweise ist für eine Transplantation eine Übereinstimmung der Gewebemerkmale von nahezu 100 Prozent zwischen Spender und Empfänger für notwendig. Nabelschnurblut kann dagegen auch bei einer geringeren Übereinstimmung eingesetzt werden.

Aber das Nabelschnurblut hat auch noch eine weitere wichtige Verwendung: die Forschung. In Deutschland gibt es sehr strenge ethische Richtlinien zur Gewinnung von Stammzellen. Aus diesem Grund sind die leicht zugänglichen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut eine wichtige Quelle zur Erforschung von neuen Therapiemöglichkeiten einer ganzen Reihe von Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson oder Diabetes mellitus.

„Bisher wird in den Krankenhäusern in 97 Prozent der Fälle die Nabelschnur nach der Geburt entsorgt. Dabei lässt sich hier auf einfache und schmerzlose Art viel Gutes bewirken. Deshalb ist uns unser Engagement auf diesem Gebiet so besonders wichtig“, erklärt Chefarzt Mecke. „Wir informieren werdende Eltern schon in den Geburtsvorbereitungskursen über diese Möglichkeit – damit künftig viele Menschen eine Chance für ein gesundes Leben bekommen.“

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