Lästige Pickel: Auch Erwachsene leiden häufig unter Akne

Bei dem Begriff Akne denken die meisten Menschen an pubertierende Jugendliche. Doch auch Erwachsene können von Akne betroffen sein – und das kommt gar nicht mal so selten vor. Bis zu 40 Prozent der 30 bis 40-Jährigen leiden unter der sogenannten „Spätakne“, die insbesondere im unteren Gesichtsbereich auftritt, also um den Mund herum oder im unteren Wangenbereich.

Frauen sind häufiger betroffen

Tritt bei Jugendlichen die Akne bei beiden Geschlechtern etwa gleich häufig auf, leiden Frauen unter der Spätakne etwas häufiger als Männer. Die Ursachen sind nicht eindeutig belegt. „Eine genetische Komponente spielt sicher eine große Rolle“, weiß Priv.-Doz. Dr. med. Barbara Hermes, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Phlebologie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain. „Aber auch hormonelle Faktoren können eine Rolle spielen. Bei Frauen beobachten wir eine Verschlechterung des Hautbildes in der zweiten Zyklushälfte.“

Darüber hinaus weiß man, dass sich westliche Ernährungsgewohnheiten mit viel Zucker und tierischem Fett, die beide in großen Mengen insbesondere in Fast Food enthalten sind, ungünstig auf die Haut auswirken. Aber auch als gesund geltende Lebensmittel wie Milchprodukte in größerer Menge stehen im Verdacht, die Akne zu verschlimmern. „Milchprodukte können zu einer vermehrten Ausschüttung von Insulin und insulinartigem Wachstumsfaktor führen, welche die Talgproduktion anregen und zur verstärkten Bildung von Komedonen, also Mitessern, führen“, erklärt Dr. Hermes. Auch Stress kann sich ungünstig auf die Haut auswirken. „Wir haben alle unsere Schwachstellen. Der eine bekommt Kopfschmerzen, dem anderen schlägt Stress auf den Magen und bei manchen reagiert die Haut“. Weitere Ursachen können die falschen Kosmetika sein. So können sehr fetthaltige Cremes dazu führen, dass die Poren verstopfen und sich eine Akne entwickelt. Hier kann der Hautarzt helfen, die richtige Pflege zu finden.

Im Zweifel den Hautarzt aufsuchen

Auf keinen Fall sollte man selbst an den betroffenen Stellen manipulieren. Durch das Drücken oder Kratzen kann es zu starken Entzündungen kommen, die nach dem Abheilen unschöne Narben hinterlassen. Hier kann beispielsweise eine medizinische Kosmetik helfen, das Hautbild wieder zu verfeinern. „Für die Betroffenen ist Akne häufig mit einem hohen Leidensdruck verbunden“, so Dr. Hermes. „ Akne ist eine Erkrankung, die vom Fachmann behandelt werden sollte. Wer sich von seinem Hautbild gestört fühlt, sollte deshalb unbedingt den Dermatologen aufsuchen. Dieser kann häufig schon mit relativ einfachen Mitteln schnell eine Verbesserung erreichen.“

Bei Frauen, die die Pille nehmen, kann in manchen Fällen auch der Gynäkologe helfen. Veränderungen der männlichen Hormone (Androgene) können über die Bindung an Rezeptoren Einfluss auf die Haut nehmen und bei manchen Frauen eine Akne begünstigen. In diesem Fall wird eine Pille mit einer sogenannten „antiandrogenen Wirkung“ verschrieben. Diese hemmt das männliche Hormon in seiner Wirkung.
Ein Arztbesuch ist dringend angeraten, wenn die Akne ganz plötzlich auftritt, eventuell in Verbindung mit weiteren Symptomen. Dies kann auf einen hormonproduzierenden Tumor hinweisen, der auf jeden Fall ausgeschlossen werden sollte.

Vorbeugen kann man der Entstehung von Akne in dem Sinne nicht. „Generell kann man sagen, dass sich ein gesunder Lebensstil positiv auf die Haut auswirkt. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig Zucker und Fast Food, nicht Rauchen, wenn möglich, Stress vermeiden – das sind allgemeine Gesundheitstipps, die auch der Haut gut tun“, rät Dr. Hermes. „Aber die Ursachen für die Entstehung einer Akne sind ebenso vielfältig wie die Behandlungsoptionen. Der Hautarzt kann hier helfen, die im individuellen Fall wirksamste Therapie zu finden.“


Foto Titelbild: Fotolia.com- Frau Sofa, Fotolia_49243126_M_© Peter Atkins

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