Es ist gut ausgegangen

Ihre Geschichte hat ein gutes Ende gefunden: Die Schweizerin Sarah Métrailler ist vor drei Jahren in Berlin schwer verunglückt. Nach insgesamt 73 Tagen im Koma, 33 Operationen und drei Behandlungsjahren fühlt sie sich jetzt wieder gesund. Dafür hat sie sich bei den Ärzten im Vivantes Klinikum im Friedrichshain bedankt.
Dass Sarah Métrailler noch am Leben ist, hat sie nicht nur den Ärzten im Vivantes Klinikum im Friedrichshain (KFH) zu verdanken, sondern auch einem besonders engagierten Schutzengel.

Der Unfall

Sechs Monate war sie in Deutschland, arbeitete als Managerin bei Zalando, als sie am 2. September 2012 an der Kreuzung Danzigerstraße/Ecke Prenzlauer Allee ohnmächtig zusammenbrach. Mindestens ein Pkw überrollte sie, nach einer Reanimation am Unfallort wurde sie ins KFH eingeliefert. Die Liste ihrer damaligen Verletzungen ist lang: Hirnblutung, Knochenbrüche, Prellungen – nach zwei Tagen stellten die Ärzte Flüssigkeit im Bauchraum fest. Dr. Joachim Straßburg, Chef der Chirurgie im KFH, erinnert sich: „Die Bauchspeicheldrüse war gerissen. Drei Liter der darin enthaltenen Flüssigkeit flossen in den Bauchraum und zersetzten Gewebe, Darm und umliegende Organe.“ Eine lebensbedrohliche Situation, die viele Operationen, eine Intensivtherapie mit Luftröhrenschnitt und Langzeitbeatmung zur Folge hatte. In dieser Zeit war die Familie der Patientin immer an ihrer Seite. Sie hängten Bilder im Krankenzimmer auf, erzählten Geschichten, lasen vor und hielten die Leidenszeit von Sarah in einem Tagebuch fest.

Das neue Leben

Das erste Wort, das die Schweizerin nach dem Aufwachen aus dem Koma sprach, war „bonjour“. Erinnern kann sie sich bis heute nicht. Weder an den Unfall oder den bewussten Tag noch an die Woche davor oder an die Ärzte, die sie behandelt haben – die Erinnerungen sind komplett gelöscht. Den Grund ihrer Ohnmacht, die zu dem schlimmen Unfall geführt hatte, konnten die Ärzte bis heute nicht herausfinden. Zu Hause in der Schweiz wurde Sarah Métrailler weiterbehandelt: Noch mehr Operationen folgten, unter anderem, um die Bauchwand mittels einer Hauttransplantation zu rekonstruieren.

Vergangenheitsbewältigung

Sarah Métrailler sagt: „Heute geht es mir wieder gut.“ Obwohl sie sich anders ernähren muss und noch mit weiteren Nachwirkungen der schweren Verletzungen zu kämpfen hat, arbeitet sie inzwischen als Lehrerin für Wirtschaft an einem Gymnasium und absolviert nebenbei ein Pädagogikstudium. Im Dezember 2015 hat sie Dr. Joachim Straßburg und Dr. Marcel Corea, Leitender Oberarzt auf der Intensivstation, im Klinikum im Friedrichshain besucht. Die Ärzte führten die ehemalige Langzeit-Patientin durch die Intensivstation, auf der sie wochenlang im Koma gelegen hat. Erinnern konnte sie sich nicht.


Foto: Florian von Ploetz

Dieser Artikel stammt aus unserem Patientenmagzin „gesund!“ – Ausgabe 02/2016

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