Teddy-Klinik! Krankenhaus erklärt für Kinder!

Im Klinikum Friedrichshain gibt es zu Veranstaltungen die sogenannte Teddy-Klinik. Im folgenden Interview erklärt Prof. Dr. Hermann Josef Girschick, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Vivantes Klinikum im Friedrichshain, was die Teddy-Klinik genau ist.

Red: Hallo Herr Prof. Girschick! Ein paar kleinen Stammgästen des Klinik-Kinderfests sind sie ja auch schon als Teddy-Doktor bekannt.

Prof. Girschick: Das stimmt! Wir Teddydocs haben immer alle Hände voll zu tun, wenn die Teddyklinik geöffnet wird. Vom Stoffelefanten mit Rüssel-Bruch bis zum Schädelhirn-Trauma eines Kuschelhundes war schon alles dabei.

Red: Vielleicht müssen wir unseren Lesern noch einmal erklären, was eine Teddyklinik genau ist. Dort werden also Kuscheltiere verarztet?

Prof. Girschick: Genau. Bei größeren Veranstaltungen der Vivantes Kinderklinik richten wir die sogenannte Teddyklinik ein. Dort gibt es viele Geräte und Hilfsmittel, die auch in einem Krankenhaus zu finden sind: Ein Röntgengerät, Verbandszeug, Spritzen, oder OP-Kleidung. Kita- und jüngere Schul-Kinder können ihre Stofftiere mitbringen und von echten Ärzten untersuchen und behandeln lassen. Außerdem können die Kinder all ihre Fragen rund um Körper und Gesundheit loswerden und sich selbst als Doktoren ausprobieren.

Red: Wie kam die Idee zustande?

Prof. Girschick: Kinder haben natürlich – wie viele Erwachsene auch – Angst, dass sie mal ins Krankenhaus kommen müssen. In der Teddyklinik sind zwar nicht die Kinder die Patienten, aber ihre Stofftiere, mit denen sie eng verbunden sind. Sie kennen sich meistens schon seit der Geburt und schlafen nebeneinander auf dem Kopfkissen. In der Teddyklinik stellen die Kinder fest: Der Klinikbesuch ist für meinen lieben Teddy nicht so schlimm, dann werde ich dort bestimmt auch gut behandelt und gesund gepflegt.
Außerdem besteht die Möglichkeit, sich mit dem Aufbau des Körpers auseinanderzusetzen und einiges über Krankheiten und die Ernährung zu lernen.

Red: Entsteht dadurch nicht erst die Sorge, es könnte einem was passieren oder man steckt sich leicht mit einer schlimmen Krankheit an?

Prof. Girschick: Nein, es ist eher das Unwissen über richtiges Verhalten bei Erkrankungen, das gefährlich ist. Wie kann man Krankheiten vorbeugen? Wie achtet man auf seinen Körper? Wie verhält man sich sicher im Straßenverkehr? Was tut man nach einer Ansteckung? Wie behandelt man Knochenbrüche? Das alles erfahren die Kinder, sodass es zum normalen Teil des Lebens wird und der Schrecken vor dem Krankenhaus genommen wird.

Red: Welche medizinischen Fachbereiche sind denn in der Teddyklinik vertreten?

Prof. Girschick: Eigentlich alle – vom Kopf, über den Bewegungsapparat bis zur Haut. Die Klinik für Kinder und Jugendliche mit Rettungsstelle wird durch die Kliniken für Unfallchirurgie, Dermatologie und der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Rettungsstelle für Erwachsene sowie der Klinik der pädiatrischen Neurochirurgie unterstützt.

Red: Die Teddyklink gibt es inzwischen seit 6 Jahren. Hatten Sie selbst früher auch ein Stofftier?

Prof. Girschick: Klar, es war ein brauner Teddy, den wir bei einem Umzug gerade wiedergefunden haben. Er musste sofort in die Teddyklinik.

Red: Vielen Dank für das Gespräch!

Die nächste Teddy-Klinik findet am 8. Juli 2015 im Klinikum im Friedrichshain statt. Auf www.vivantes.de und auf der Vivantes Facebook Seite werden wir Sie rechtzeitig informieren! Wir freuen uns auf Sie!

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