Aufhören lohnt sich – immer!

Ganze zehn Jahre Lebenserwartung einfach wegwerfen? Das würde doch keiner ernsthaft tun, oder? Doch, Raucher gehen das Risiko ein, auf wertvolle Lebenszeit zu verzichten. Das Institut für Tabakentwöhnung und Rauchpräventionen am Vivantes Klinikum Neukölln unterstützt erfolgreich bei der Nikotinentwöhnung.

Wer raucht, hat im Schnitt eine um zehn Jahre verkürzte Lebenserwartung gegenüber Nichtrauchern. Damit verpassen sie vieles, was wertvoll ist: Zeit für sich selbst, mit ihrer Familie und Freunden, Zeit, um zu leben! Dr. Karin Vitzthum ist Therapieleiterin am Institut für Tabakentwöhnung und Raucherprävention (ITR) am
Vivantes Klinikum Neukölln. Sie erklärt: „Wir kommen alle als Nichtraucherbabys zur Welt und beginnen erst im Laufe unseres Lebens mit dem Rauchen – wir ‚erlernen‘ es quasi. Wollen wir es uns abgewöhnen, müssen wir es wieder ‚verlernen‘, und das ist mühsam.“ Hinzu kommt, dass vielen Rauchern das Bewusstsein für die gesundheitliche Gefährdung fehlt, und damit der Anreiz, sofort mit dem Qualmen aufzuhören. Denn die schwerwiegenden Folgen des Nikotinkonsums treten oft erst in späteren Jahren auf – dann allerdings mit voller Wucht.

Das ITR bietet konkrete Hilfe

Das Institut in Neukölln unterstützt und begleitet Menschen auf dem Weg, sich vom Nikotin unabhängig zu machen. Mit einem Programm aus konkreter medizinischer Hilfe für ein rauchfreies Leben, das auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen abgestimmt ist. Das Konzept umfasst drei Phasen und erstreckt sich über ein ganzes Jahr. Erst erfolgt die Diagnostik, dann die Entgiftung, anschließend wird an den Veränderungen des Verhaltens gearbeitet. Die Teilnehmer besuchen acht Termine in Gruppenentwöhnungskursen, an die sich ein umfassendes Betreuungskonzept anschließt, begleitet durch die Psychologin und die ärztlichen Begleiter.

Aufhören ist leichter als gedacht

Als erfahrene langjährige Begleiterin starker Raucher, die erfolgreich am Nichtraucherprogramm des ITR teilgenommen haben, macht Dr. Karin Vitzthum all denen Mut, die mit dem Nikotinkonsum abschließen wollen: „Viele ehemalige Raucher habe mir versichert: ‚Aufzuhören ist nicht leicht, aber leichter, als viele denken.‘ Die schlimmste Phase der Entgiftung ist meist nach zwei bis vier
Wochen überstanden. Mehr Zeit braucht man für die Arbeit an den Verhaltensänderungen.“ Dabei gilt es, vertraute und geschätzte Gewohnheiten zu verändern: die Zigarette zum Bier, nach dem Essen, in Gesellschaft, bei Stress.
Zu Ritualen gewordene Handlungsmuster, die bisher zur Zigarette greifen
ließen, müssen aufgebrochen und Alternativen gemeinsam entwickelt und erarbeitet werden. Das braucht Zeit und Ausdauer, da muss man „dranbleiben“!

Schnelle Erfolgserlebnisse

Erste positive Erfahrungen geben den nötigen Anschub. Schon bald merken die angehenden Nichtraucher: Essen und Trinken haben mehr Geschmack, der
Blutdruck sinkt, die Atemwege funktionieren besser, die Kurzatmigkeit geht
zurück, die Lunge wird freier, der Husten weniger, die Infektionsgefahr reduziert
sich. Im Laufe der folgenden Monate und Jahre sinkt auch das Risiko für
schwere Krankheiten, etwa Lungenkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bereits nach fünf Jahren ohne Nikotin liegt das Herzinfarktrisiko gleichauf mit dem von Nichtrauchern! Gleichzeitig minimiert sich das Risiko für Krebserkrankungen in Rachen, Mundhöhle, Speiseröhre und Harnblase um 50 Prozent. Alle diese positiven Fakten sollten Raucher eigentlich restlos überzeugen, sich vom Nikotin zu befreien. Doch noch immer hängen in Deutschland 28 von 100 Menschen an der Zigarette, jeder dritte Mann und jede vierte Frau.

Offener Austausch in der Gruppe

Ein Rauchentwöhnungsprogramm im ITR profitiert in hohem Maße vom Austausch in der Gruppe. „Der offene Umgang untereinander, die regelmäßige monatelange Betreuung und die verbindende gemeinsame Erfahrung bewähren sich. Niemand wird bei uns allein gelassen, alle erhalten die Unterstützung, die sie brauchen“,
sagt die Therapieleiterin. Keiner muss sich vor Ausrutschern, Rückfällen oder Misserfolgen fürchten, hier werden sie aufgefangen und auch gründlich analysiert. Das stärkt für die Zukunft!  Manch einer benötigt mehrere Anläufe, bis er sagen kann: „Zigarette? Brauch ich nicht mehr!“

Rauchfreies Klinikum

Das Vivantes Klinikum Neukölln ist seit zehn Jahren ein rauchfreies
Krankenhaus. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) „rauchfrei“ unter der Leitung von
Prof. Dr. Wulf Pankow, Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Infektiologie im Klinikum Neukölln, nutzt das besondere Umfeld des Krankenhauses, um den Nichtraucherschutz zu intensivieren. Zugunsten von mehr Lebensqualität
für die Patientinnen und Patienten wie auch für das Personal bei Vivantes.
Eine engagierte Öffentlichkeitsarbeit unterstützt diese Zielsetzung. Beispielsweise stellt das Klinikum zum jährlichen Weltnichtrauchertag am 31. Mai regelmäßig  aufmerksamkeitsstarke Aktionen auf die Beine. 2018 wurde ein begehbares Lungenmodell aufgebaut. Was das Rauchen anrichtet, konnte Besucherinnen und Besuchern dort anschaulich erklärt werden.

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