Am Strand statt im OP: Wie Videobrillen bei Operationen ablenken

Angst vor einer Operation? Damit Patientinnen und Patienten entspannter vor und bei Operationen sein können, bieten einige Kliniken bei Vivantes audiovisuelle Brillen an. Mit Kinofilmen, Dokumentationen oder Konzertmitschnitten können diese 4D-Brillen offenbar gut ablenken – am beliebtesten sind Strand- und Meeresvideos.

Neben der Speziellen orthopädischen Chirurgie und weiteren operativen Kliniken im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum gibt es die Videobrillen auch im Vivantes Brustzentrum im Vivantes Klinikum Am Urban. Die Chefärztin des Brustzentrums Dr. Marion Paul berichtet von den Erfahrungen.

Frau Dr. Paul, wann kommt die audiovisuelle Brille bei Ihnen in der Klinik zum Einsatz?
Dr. Marion Paul: Die meisten Patientinnen nutzen die Brille im Wartebereich und im Vorraum der OP, um sich abzulenken, wenn die Nervosität steigt. Den Weg in den OP möchten viele doch bewusst miterleben und setzen die Brille dort nicht auf.

Dr. Marion Paul ist eine der zwei Chefärztinnen des Vivantes Brustzentrum am Kreuzberger Vivantes Klinikum Am Urban.

Also wird die Videobrille bereits vor der OP genutzt. Aber auch während Operationen können Patientinnen und Patienten damit Videos schauen?
Paul: Ja, stimmt. Allerdings werden bei uns im Vivantes Brustzentrum in Kreuzberger die meisten bei Operationen mit Vollnarkose durchgeführt,.  Wenn eine Regionalanästhesie durchgeführt wird,  bleibt der Patient oder die Patientin wach und nur eine Körperregion ist betäubt. Dann kann eine solche Brille visuell und auditiv ablenken und die Operation angenehmer machen.

Kann die audiovisuelle Brille wirklich die Angst nehmen?
Paul: Viele finden die Brille sehr angenehm. Sie berichten uns, dass die Brille sie sehr gut ablenken kann. Es ist wohl so, dass das Gehirn durch visuelle und akustische Reize sehr beschäftigt ist – obwohl man auch das „Drumherum“ durchaus mitbekommen kann. Die Patientinnen und Patienten sind ja auch ansprechbar, aber eben ruhiger.

Wie viele Patientinnen und Patienten entscheiden sich für die Brille?
Paul: Die meisten. Und neun von zehn sagen uns später, dass sie diese auch noch einmal benutzen würden. Wir nutzen die audiovisuelle schon seit Sommer 2018 und haben dazu eine Umfrage gemacht.

Ist die Brille schwierig zu bedienen?
Paul: Eigentlich nicht. Wir im Brustzentrum fragen die Patientinnen am Tag vor der OP, ob sie die Brille nutzen möchten, erklären alles und lassen sie das Gerät ausprobieren, damit am OP-Tag alles gut abläuft.

Gibt es beliebte Videos?
Paul: Ja, am beliebtesten sind die Meeres- und Strandvideos. Es gibt aber auch Kinofilme, Dokumentationen und Konzertmitschnitte.

Gibt es weitere Vorteile aus Sicht des OP-Teams?
Paul: Gut an der Brille aus Sicht des OP-Teams ist, dass die Patientinnen trotzdem noch mitbekommen, wenn Sie angesprochen werden. Angstfreies Krankenhaus ist ein großes Thema für uns. Es ist auch eine Geste der Zugewandtheit, eine solche beruhigende Möglichkeit anzubieten.

Zum Vivantes Brustzentrum im Vivantes Klinikum Am Urban

Zur Speziellen orthopädischen Chirurgie und Unfallchirurgie im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum

 

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

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