Nah am Herzen – Zehn Fragen an eine Cardiolotsin

Bilge Kilincsoy ist gelernte Arzthelferin und arbeitet nach einer intensiven zweimonatigen Weiterbildung seit 2019 als Cardiolotsin. Im Vivantes Wenckebach-Klinikum in Berlin-Tempelhof betreut, berät und unterstützt sie Herzpatientinnen und -patienten. Im Interview gibt die 39-jährige Einblick in ihr Berufsleben.

Das Herz ist …
Bilge Kilincsoy: … das wichtigste und stärkste Organ unseres Körpers. Meinen Patienten gegenüber vergleiche ich es gerne mit einem Motor im Auto, meine Patientinnen schmunzeln über den Vergleich mit einer Waschmaschine – beide müssen, wie das Herz, auch gepflegt werden, damit sie nicht kaputtgehen!

In meiner Ausbildung zur Cardiolotsin habe ich vor allem gelernt …
Kilincsoy: … wie wichtig es ist, dass wir Cardiolotsinnenn und -lotsen für die medizinische, organisatorische, psychische und physische Betreuung unserer Patientinnen und Patienten sehr gut vorbereitet sind. Und dass wir uns im Team gegenseitig unterstützen.

Ich arbeite gern als Cardiolotsin, weil …
Kilincsoy: … ich Menschen liebe. Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein Gesundheitsbewusstsein aufzubauen ist ein tolles Gefühl und an jedem Tag eine neue Herausforderung.

Besondere Freude an meiner Arbeit habe ich, wenn …
Kilincsoy: … mir die herzkranken Patientinnen und Patienten ihre Ängste und Sorgen anvertrauen, sie sich verstanden und unterstützt fühlen und ich interessante Persönlichkeiten und ihre
Lebensgeschichten kennen lerne.

Meinen Tag beginne ich am liebsten mit …
Kilincsoy: … meinem Ehemann bei einer Tasse Kaffee. Anschließend wecke ich meine drei Kinder mit einem Guten-Morgen-Kuss!

Auf meinem Weg zur Arbeit denke ich oft …
Kilincsoy: … was der Tag wohl mit sich bringen wird? Bei der Arbeit und auch privat – mit meinen Kindern muss immer eine Menge organisiert werden.

Ein gelungener Feierabend ist für mich, wenn …
Kilincsoy: … ich die Patientinnen und Patienten erfolgreich aufgeklärt habe, sie etwa davon überzeugen konnte, nicht mehr zu rauchen und regelmäßig Herzsport zu treiben. Das ist ein gutes Gefühl!

Mein Berufswunsch als Kind …
Kilincsoy: … war Ärztin. Ich wollte schon als kleines Mädchen immer einen weißen Kittel tragen – so wie mein Kinderarzt.

Könnte ich mein Leben noch mal von vorn beginnen, würde ich …
Kilincsoy: … nach der Schule gleich studieren. Sonst sollte alles so bleiben, wie es war und ist.

Manchmal wünsche ich mir, dass …
Kilincsoy: … es mich zweimal gäbe – dann könnte ich noch mehr Menschen unterstützen.

Nah am Herzen – das Projekt Cardiolotse

Es geht um die bestmögliche Versorgung von Herzpatientinnenund -patienten: Die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse und Vivantes haben gemeinsam das Projekt Cardiolotse gestartet, das vom Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschusses gefördert wird. Es richtet sich an Patientinnen und Patienten, die in einer Vivantes Klinik stationär behandelt wurden und bei der AOK Nordost krankenversichert sind. Untersucht wird, inwiefern eine zusätzliche, individuelle und ambulante Nachbetreuung durch speziell geschulte Cardiolotsen und -lotsinnen in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten dazu beitragen kann, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und weitere Klinikaufenthalte zu vermeiden.

Als Bindeglied sind die Lotsen direkt an der Schnittstelle zwischen dem ambulanten und stationären Bereich tätig. Die ausgebildeten medizinischen Fachangestellten bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger bringen Expertenwissen aus beiden Bereichen mit. In einer achtwöchigen, umfassenden Weiterbildung lernen sie alles, was wichtig ist, um chronisch Herzkranke nach ihrem Klinikaufenthalt zu unterstützen, zu begleiten und ihnen den richtigen Weg zu weisen.

Weitere Infos unter:

www.cardiolotse.de
Telefon-Hotline 030 130 14 2332

Der Beitrag ist auch im Vivantes Magazin „gesund!“ 3/2019 auf Seite 10 erschienen.

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